Vom Bildstimulus zur Emotion AI: Zur Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit technischer Affektbilder.

Die grundsätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die Emotionsforschung sehr verlässliche, ja stabile Beziehungen zwischen einem evokativen Objekt in der Umwelt und der beobachteten körperlichen Veränderung und Reaktion annehmen will, während das subjektive Erleben eben gerade nicht im Sinne eine...

Descripción completa

Detalles Bibliográficos
Publicado en:MLN Vol. 137; no. 3; pp. 443 - 466
Autor principal: Tuschling, Anna
Formato: Artículo
Publicado: Johns Hopkins University Press Apr2022
Materias:
Acceso en línea:Ver este registro en EBSCOhost
Descripción
Sumario:Die grundsätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die Emotionsforschung sehr verlässliche, ja stabile Beziehungen zwischen einem evokativen Objekt in der Umwelt und der beobachteten körperlichen Veränderung und Reaktion annehmen will, während das subjektive Erleben eben gerade nicht im Sinne eines festen Schemas abläuft und die Reaktion nicht festverschweißt mit den Außenreizen sein kann. Dass die Technik nicht einfach Grundlage und Mittel des psychologischen Experiments ist, wie in der Regel angenommen wird, sondern umgekehrt die Psychologie selbst im Sinne einer Hilfe der Technikentwicklung fungiert, das zeigen die Formen und Funktionsweisen technischer Affektbilder in Zeiten des I Affective Computing i und der KI. Je häufiger die Bildstimuli international zum Einsatz kommen, desto breiter ist gemäß des Wissenschaftsverständnisses der Psychologie die experimentelle Basis und desto größer sollte die Reichweite und auch die Sichtbarkeit der Ergebnisse sein. Um diesen Selbstwiderspruch lösen zu können, musste die Psychologie ihren Gegenstand - das menschliche Erleben und die Psyche oder Seele, die im Grunde keine Objekte der modernen Psychologie mehr sind - entlang von Maßstäben formulieren, die naturwissenschaftlichen Methoden zugänglich und eigen sind.